Festes Deo für warme Tage

Es wird langsam Sommer und die Temperaturen steigen wieder. Schon bei 20° merken wir, dass wir die Wärme nicht mehr gewohnt sind und anfangen zu schwitzen. Und wir schwitzen sehr viel! Puh!

So gesehen ist das ja nichts schlimmes – es ist ganz natürlich zu schwitzen, allerdings macht sich der Schweiß spätestens ein paar Stunden später übel bemerkbar und wir fangen an zu riechen. Schuld daran sind Bakterien, die sich mit der Zeit im Schweiß bilden, da dieser optimale Bedingungen bietet.

Wie also bekämpfen wir die Bakterien? Meistens greifen wir zum Deo und schmieren oder sprühen einfach eine neue Schicht über den Scheißgeruch – doch damit sind die Bakterien nicht verschwunden, sie schlummern nur unter der Oberfläche und werden schon bald wieder zum Vorschein kommen.

Also gilt grundsätzlich: Bevor eine neue Schicht Deo aufgetragen wird, sollten wir unsere Achseln erst auswaschen oder mit einem Reinigungstuch säubern, um die Bakterien zu entfernen. Sonst hat das neu aufgetragene Deo überhaupt keine Chance zu wirken.

Oder aber wir sorgen dafür, dass es die Bakterien von Anfang an schwer haben zu entstehen!

Wie genau das gehen soll? Mit selbst hergestelltem Deo, mit Zutaten die antibakterielle Eigenschaften haben! (Bonuspunkt: Selbstgemacht ist es ganz ohne Aluminiumsalze und ohne die Plastikverpackung, die beim Kauf unvermeidbar ist!)

Eventuell habt ihr bereits den Betrag „Deo selbst herstellen – nachhaltig, natürlich und frei von Plastik“ gelesen.

Damit bin ich in der kälteren Jahreszeit gut zurecht gekommen, allerdings ist das Deo immer geschmolzen, je wärmer es wurde und die festen Zutaten haben sich am Boden abgesetzt. Somit hätte ich das Deo vor Gebrauch jedes Mal neu umrühren müssen und hätte die Gefahr gehabt, dass sich das flüssige Deo auf Wanderschaft in meiner Tasche macht.

Eine Alternative musste her!

Und so bin ich auf so genannte Konsistenzgeber gestoßen. Solche sind zum Beispiel Kakaobutter oder Sheabutter, welche allerdings nicht sonderlich günstig sind. Ein weiterer Konsistenzgeber ist Bienenwachs, das man entweder online bestellen kann oder aber direkt vom Imker vor Ort beziehen kann.

Tipp: Im Block ist das Bienenwachs meist günstiger als in Pastillen!

Also habe ich es damit ausprobiert und war mit dem Ergebnis super zufrieden. Man ist absolut frei in der Wahl wie fest das Deo sein soll und kann nach belieben experimentieren.

Hier ist die für mich optimal benötigte Menge je Zutat für einen Tigel (ca. 70 ml):

  • 40 g Kokosöl (enthält Laurinsäure, die antibakteriell wirkt)
  • 6 g Bienenwachs (ich habe Pastillen verwendet)
  • 2 TL Speisestärke
  • 3 TL Natron (neutralisiert Gerüche und beugt diesen durch die antibakterielle Wirkung vor)
  • optional: ätherische Öle / Kräuter

Natürlich muss jeder sein eigenes Mischverhältnis herausfinden und ausprobieren, welche Mischung am besten funktioniert und wirkt.

Zubereitung

Für die Zubereitung benötigt ihr einen Topf und eine Schüssel, da die Zutaten im Wasserbad gelöst werden. Dazu einfach etwas Wasser in den Topf geben und auf kleiner Stufe aufkochen, sodass Wasserdampf nach oben steigt (das Wasser sollte nur ganz leicht dampfen, ansonsten kann man sich leicht verbrennen!). Dann setzt ihr die Schüssel auf den Topf, sodass die Unterseite warm wird (dabei sollte die Schüssel größer als der Topf sein, damit ihr diese später gut herunterheben könnt).

Nun gebt ihr das Kokosöl in den Topf. Wenn dieses vorher im Kühlschrank gelagert hat dauert es etwas, bis es sich komplett verflüssigt hat. Ist euer Kokosöl bereit, könnt ihr das Natron und die Speisestärke hinzufügen. Das Pulver sollte gut mit dem Kokosöl vermengt sein, sonst bleiben am Ende Stückchen in dem festen Deo zurück.

Das Kokosöl langsam in der Schüssel schmelzen.

Sind eure drei Zutaten gut miteinander vermengt geht es daran, das Bienenwachs einzurühren. Fangt dabei am besten mit einer kleinen Menge an, bevor ihr zu viel hinzugebt. Um zu testen, ob euer Deo die richtige Konsistenz hat, wenn es abgekühlt ist, könnt ihr einfach einen kleinen Tropfen auf einen kalten Teller geben. Der Tropfen kühlt schnell ab und wird fest. Ist er euch dennoch zu flüssig, könnt ihr einfach noch etwas mehr Bienenwachs hinzugeben und erneut testen.

Tipp: Wenn ihr das Deo in der warmen Jahreszeit anmischt, habt ihr sicher keine kalten Teller im Haus. Dann einfach den Teller vorher in den Kühlschrank stellen oder wenn es schnell gehen muss, einen Kühlakku aus dem Gefrierfach unter den Teller legen.

Für euren ganz eigenen Duft könnt ihr noch ätherische Öle zum Gemisch geben oder aber auch die Kräuter eurer Wahl direkt mit in der Schüssel ziehen lassen. Ich habe für mein Deo einen Zweig Thymian hinzugegeben, da ich diesen Geruch liebe!

Kräuter oder ätherische Öle verfeinern den Geruch des Deos!

Wenn ihr Kräuter mit in euer Deo gebt, solltet ihr beim Umfüllen in euer Gefäß ein Sieb verwenden, damit am Ende keine Kräuterreste im Deo zurück bleiben.

Ist euer Deo in euer Gefäß umgefüllt, stellt es am besten in den Kühlschrank oder ins Gefrierfach. Somit kühlt es schnell ab und die festen Zutaten haben keine Zeit sich am Boden abzusetzen!

Nach ein paar Stunden ist das Deo komplett ausgehärtet und kann verwendet werden. Zum Auftragen könnt ihr einfach mit den Fingern über die Creme streichen. Je nachdem wie viel Bienenwachs ihr verwendet habt, wird es schneller oder langsamer flüssig, dafür braucht es allein die Körpertemperatur der Finger.

Einfach auftragen, fertig! 🙂

Kategorien:Plastikfrei, Umwelt

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